Christiane Hörbiger im Interview
"Wurde mit 70 zur Jeans-Trägerin"„Einiges ist bemerkenswert an Annas zweiter Chance, zum Beispiel Frau Kammerschauspielerin Hörbiger den halben Film in Jeans herumlaufen sehen. In dem Outfit sahen wir Sie noch nie.“
Ich mich auch nicht. Das ist der Kostümbildnerin eingefallen und war eine echte Mode-Premiere für mich. Anfangs dachte ich: Mein Gott, das kann doch nicht gut ausschauen. Wie die Anna bin ich dann aber auf den Geschmack gekommen: Seit den Dreharbeiten trage ich auch privat Jeans!
„In Anna unterstellt Ihnen Erwin Steinhauer: Eine Frau wie Sie kauft nicht ein, die lässt einkaufen. Wie weit trifft das auf Christiane Hörbiger zu?“
Herzlich wenig. Ich erledige das gern selber, obwohl es manchmal, wenn am Tag davor ein Film mit mir lief, nicht so angenehm ist. Am liebsten gehe ich mit dem Gerhard Tötschinger (Anm. Hörbigers Lebensgefährte) einkaufen. Weil der groß ist und breit und ich mich ein bisserl hinter ihm verstecken kann!
„Ihr Sohn Sascha Bigler hat das Drehbuch zum Film geschrieben. Die Dialoge sind für eine – sagen wir mal - 50-plus-Komödie überraschend jung….“
Der Sascha ist Anfang 40 und er lebt in Los Angeles. Seine Generation hat einen anderen Humor, geprägt von den populären, jüngeren Hollywood-Komödien. Ein Humor der kurz, pointiert, der „sophisticated“ ist. Was, wie ich finde, auch Anna gut zu Gesicht steht.
„Annas zweite Chance wirkt auch insofern als „Familienunternehmen“, als Dieter Witting Ihren ruchlosen Ehemann spielt – ausgerechnet Dieter Witting! Er war mit Ihrer Schwester Maresa verheiratet, ist also Ihr Exschwager. Wem ist das eingefallen?“
Kann ich nicht sagen. Die Filmbesetzung entzieht sich meinem Einfluss. Aber geschaut habe ich schon, als ich seinen Namen in der Stabliste fand – amüsiert geschaut. Ich verstehe mich sehr gut mit ihm, und für die Rolle in Anna war er ideal. Erstens weil er ein großartiger Schauspieler ist, zweitens weil er kein so verbrauchtes Gesicht hat.
„Anna schwört auf Obst- und Gemüsesäfte als Anti-Aging-Elixier. Wie halten Sie sich frisch?.“
Ich mache einmal im Jahr schön brav meine 14-Tage-Kur, da lebe ich dann furchtbar langweilig, aber effizient für die Gesundheit. Zudem rauche ich nicht, und wenn ich am Abend ein Bier trinke, dann ein alkoholfreies. Und was meine Ernährung angeht: Am liebsten würde ich alle Esssünden begehen, die`s nur gibt. Nicht, das ich eine begeisterte Vegetarierin wäre, aber mir tut das einfach besser – dem Magen, den Nerven, meinem Schlaf.
„Sie können Zigarettenqualm nicht leiden. Als Anna sind Sie oft regelrecht gefangen im blauen Dunst. Und Ihre Filmpartner Erwin Steinhauer und Friedrich von Thun rauchen beide Zigarillos. War das nicht lästig?“
Nein, weil die Herren in unseren gemeinsamen Szenen noblerweise im Freien qualmten. Und die Szenen im verrauchten Kaffeehaus – das war kein echter Rauch, sondern Bühnennebel den die Ausstattung reingeblasen hat.
„Wie geht es mit Anna weiter? Der Schluss des Films lässt auf eine Fortsetzung hoffen.“ Angedacht ist das, viele im Team sagten: Da hätte ich diese Idee, was noch alles passieren könnte am Naschmarkt. Zunächst muss man aber abwarten, wie Anna beim Publikum ankommt. Überdies dürfen wir nicht vergessen, dass den ORF gerade gröbere Finanzsorgen plagen. Ich kann nur abwarten und auf mein Gottvertrauen setzen……
(Quelle: Mona Film und Interviewauszüge aus „TV Media“)
Mehr Informationen zum Film "Annas zweite Chance"
21.01.2009
zurück
