Jessica Schwarz besucht Nervenheilanstalt

Vorbereitung zum ZDF-Dreh "Lautlose Morde"

Jessica Schwarz (33) blickt schuldbewusst: „Ich bin ja sonst mehr der pflegeleichte Typ. Aber diesmal war ich am Set ganz schön aggressiv, habe diskutiert was das Zeug hielt, und bin sicher allen kräftig auf die Nerven gegangen.“ Das muss an der Rolle im Film „Lautlose Morde“ gelegen haben, der am 13. September im ZDF zu sehen sein wird.

Die Rolle hat wohl abgefärbt. Denn in dem Film als seelisch schwer gestörte Insassin einer Nervenheilanstalt, musste Schwarz hysterisch und sehr aggressiv spielen.

Zur Vorbereitung darauf betrieb sie Studien: Sie verbrachte einen Tag in einer psychiatrischen Klinik. Die bei den Kranken beobachteten Verhaltensweisen hat sie dann für ihre Rolle übernommen – und die streift man am Set nicht einfach ab, wenn die Szene vorbei ist. War diese Sarah Merlow, die sie unter Jörg Grünlers Regie gespielt hat, ihre bisher schwerste Rolle?

Nein, das sei dann wohl doch vor zwei Jahren die Romy Schneider im „Romy“-Film gewesen, sagt sie. Und die Rolle der „Lulu“, die sie zuvor in der Wedekind-Verfilmung des ZDF-Theaterkanals übernommen hatte, habe es auch in sich gehabt.

Auf Viva- und Model-Zeiten blickt sie heute mit selbstbewusster Gelassenheit zurück: „Ich verdanke beidem viel, auch für meine schauspielerische Entwicklung. Als Moderatorin, vor ein Publikumhinzutreten und frei zu reden, als Model, wie man Kleider, also Kostüme trägt.“ Und gelernt hat sie auch vom Beispiel Romy, deren Leben als gefeierte Diva und tiefunglücklicher Mensch ihr auch eine Warnung war: „Man darf sich nicht zu radikal einem Beruf ausliefern. Man muss immer eine Ecke Privatleben haben, von der man nichts preis gibt. Oder nur ein bisschen.“

Für den Film „Lautlose Morde“ hatte sie auf alle äußere Attraktivität verzichten müssen – ungeschminkt mit Zottelhaar und Ein-Kleid-Garderobe. Sie fand das ganze spannend, eine ganze Rolle in nur einem Kostüm zu entwickeln. Das beruhigende Gefühl, nicht immer schön sein zu müssen, um zu überzeugen, kam noch dazu. „Aber nun“, entscheidet sie, „darf es auch mal wieder etwas Glanz und Glamour sein.“


(Quelle: Mona Film und Auszüge aus „Lausitzer Rundschau Spremberg“)


Mehr Informationen zum Film "Lautlose Morde"

18.08.2010


 

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